Man hatte mit der Wandervogelbewegung Fahrten unternommen, Lieder gesungen, sich der Bündnischen Jugend angeschlossen, bis durch die HJ der freien Jugendentfaltung ein jähes Ende bereitet wurde. Die Bündische Jugend wurde verboten, durch die Jugenddienstverordnung von 1939 wurde ein Beitritt zu BDM oder HJ verpflichtend. Die Edelweisspiraten (benannt nach ihrem alpenpflänzlichen Erkennungszeichen) setzten die Traditionen der Bündnischen Jugend fort, sangen weiterhin Lieder (darunter auch selbstgedichtete Spottverse auf die HJ), wanderten gemeinsam und veranstalteten fröhliche Zeltlager. Bei manchen ging das oppositionelle Verhalten über diese eher aus heutiger Sicht harmlosen Jugendvergnügen hinaus, sie verteilten Anti-Nazi Flugblätter. Viele Edelweisspiraten wurden verfolgt, einige in Gefängnisse und sogar KZ interniert und hingerichtet.
Um diese weniger bekannte jugendliche Widerstandsbewegung ins allgemeine Bewusstsein zu heben, findet in Köln im Friedenspark das Edelweisspiratenfestival statt. Es werden Bands erwartet, es gibt ein Zeitzeugen-Café und das Erscheinen des Buches “Gefährliche Lieder” wird kräftig gefeiert.
Köln, Friedenspark, 17.7. ab 14h30
Info: Edelweisspiratenfestival
